zusammenhalten.jetzt! Symposium der Zivilcourage

14. Oktober 2022
Fotocollage von Personen die sich für Anliegen auf unterschiedliche Arten einsetzen
Bildmaterial: Unsplash/Pixabay License

Es vergeht in Österreich kein Tag ohne Übergriff, der rassistisch, sexistisch, antisemitistisch oder ähnlich motiviert ist. Was kannst du dagegen tun? Wie kann Zivilcourage aussehen? Gibt es Grenzen und wer bestimmt sie? Oder kann erst durch das Überschreiten von Grenzen etwas bewegt werden?

Mit diesen Themen beschäftigt sich unser Symposium. Neben inhaltlichen Inputs werden auf abwechslungsreiche und kreative Weise die unterschiedlichen Aspekte von Zivilcourage und unsere Handlungsmöglichkeiten, sowie deren Grenzen erarbeitet.

Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos – Anmeldung verlängert und noch bis 13. Oktober 2022 möglich.

Programm

Ankommen ab 13:00 Uhr

13:30 Uhr | Begrüßung

Dr. Hannes Spreitzer; Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

Moderation: Adina Wilcke

14:00 Uhr | Podiumsdiskussion

Wie weit darf Aktivismus gehen, um seine Ziele zu erreichen?

Wir haben Aktivist:innen aus den verschiedensten Bereichen bei uns am Podium. Diese erzählen von ihrem persönlichen Engagement, ihren Erfahrungen mit Zivilcourage und diskutieren, welche rechtlichen, ethischen und persönlichen Grenzen für sie dabei gelten.

Mit dabei sind unter anderem:

Michael Helmbrecht (Sozialwissenschaftler, Aktivist gegen Rechtsextremismus)

Foto Michael Helmbrecht

Über zehn Jahre Engagement gegen Rechtsextremismus als Mitbegründer und Sprecher des Bürgerforum Gräfenberg, Mitbegründer und vier Jahre lang Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg (Zusammenschluss von 158 Kommunen und Landkreisen und 280 zivilgesellschaftlichen Initiativen). In diesen Engagement-Zusammenhängen massive Bedrohungen durch Nazi-Gruppen und am Ende Polizeischutz.

Dozent an der Technischen Hochschule Nürnberg, Fakultät Sozialwissenschaften. Lehrgebiete an der TH unter anderem: Ethik, Internationale Soziale Arbeit, Rechtsextremismus, Menschenrechte

Magda Leitner (Mitbegründerin von Viva con Agua AT)

Magda Leitner

Magda Leitner ist seit 2010 für Viva con Agua in Österreich aktiv. Am Anfang ging sie auf Konzerten und Festivals für Viva con Agua in Deutschland auf die soziale Pfandbecherjagd, bis sie dann mit einer wunderbaren Gruppe von Menschen 2013 Viva con Agua in Österreich gründet. Seither hat sie in jedem Bereich ehrenamtlich mitgearbeitet, wobei vor allem diverse Aktionen, das ehrenamtliche Netzwerk, die weltweiten Wasserprojekte und die Tätigkeit als Vorstandsmitglied ihre Hauptbereiche sind. Viva con Agua ist eine Organisation, die die Welt positiv verändern möchte. Die Vision lautet „Wasser für alle – Alle für Wasser“ und deswegen fließen alle Spendengelder in sogenannte WASH-Projekte (Water, Sanitation and Hygiene). Viva con Agua bezeichnet sich selbst als All-Profit-Organisation, weil soziales Engagement  jede:n etwas bringt.

Petar Rosandić (Gründer #SOS Balkanroute)

Foto Petar Rosandić
Bildmaterial: Nisvet Porić

Petar Rosandić "Pero", Gründer der mit dem Ute-Bock-Preis ausgezeichneten Initiative "SOS Balkanroute", organisiert seit 2019 humanitäre Hilfe für die vergessenen Menschen entlang der EU-Außengrenzen am Balkan, mit Schwerpunkt auf Bosnien-Herzegowina wo man Hilfsnetzwerke in sechs Städten und Orten aufgebaut hat. Nach dem Brand des Camps Lipa im Jahr 2020 spielte die Initiative eine Schlüsselrolle, als sie nach 18 Tagen Überlebensdrama den Menschen die ersten warmen Mahlzeiten brachte. Mittlerweile fokussiert man sich auch auf die Grenze Serbien/Ungarn, die in letzter Zeit stärker frequentiert wird.

Klara König (Pressesprecherin Fridays For Future)

In normalen Zeiten wäre Klara König eine gewöhnliche 23-jährige Psychologie Studentin, doch wir leben nicht in „normalen“ Zeiten. Begonnen hat es mit einem „Klimaangst“ Workshop, welchen Klara für Fridays For Future Graz gehalten hat. Seitdem ist sie Klimagerechtigkeitsaktivistin bei FFF, wo sie Pressesprecherin für FFF Austria ist und in den Bereichen Presse, Social Media und Politische Arbeit ihren Schwerpunkt hat. Ihr Aktivismus hat sie zum Beispiel zur Weltklimakonferenz in Glasgow oder als Speakerin beim Ted X Donauinsel Event gebracht. Egal, ob es um das österreichische Klimaschutzgesetz, globale Carbon Bombs oder einem russischen Gas-Embargo geht, es braucht schlussendlich jeden, um die Menschenrechte zu bewahren.

15:30 Uhr | Pause

16:00 Uhr | Workshops

Vier Workshops stehen zur Auswahl, bei denen du ganz praktisch lernen kannst, wie Zivilcourage im Alltag aussehen kann. Die Workshops finden zeitgleich statt. Wähle deinen Favoriten aus.

Zivilcourage kreativ – Yasmo

Lerne mit der Poetry-Slammerin und Musikerin Yasmo deine Kritik in kreative Worte zu fassen. Poetry Slam ist gelebte Literatur, performte Gedichte und die lebendigste Form, um Sprache zu teilen. Beim Workshop lernen die Teilnehmenden anhand von Impuls- und Schreibübungen, ihre eigenen Texte zu verfassen, ihre Stimme zu finden und mit Sprache zu spielen.

Foto Yasmo
Bildmaterial: Carina Antl

Workshopleitung: Yasmo (Yasmin HAFEDH)

Yasmo aka Yasmin Hafedh, *1990 in Wien, ist Musikerin, Autorin, Songwriterin und Kulturschaffende. Seit 2007 steht sie auf Bühnen, 2009 gewann sie als erste Österreicherin den Titel der deutschsprachigen Meisterin U20 im Poetry Slam, 2013 gewann sie als erste Frau die österreichische Poetry-Slam-Meisterschaft. Sie fährt mit ihren Texten quer durch die Welt, mit ihrer Hiphop-Jazz-Bigband Yasmo & die Klangkantine veröffentlichte sie 2019 ihr viertes Studioalbum „Prekariat & Karat“, für das sie gleich zweimal für den Amadeus Austrian Music Award nominiert wurde. Außerdem co-kuratierte sie das Popfest Wien 2019. Yasmo erschien mit ihren Texten in zahlreichen Literaturanthologien, sie gilt als eine der besten Texterinnen des Landes und gibt auch Klassen zum kreativen Schreiben, zuletzt bei der Schule für Dichtung.

Sexismus im öffentlichen Raum – Andrea Strutzmann und Tara Pire

Im Workshop wird zu Beginn gemeinsam definiert, was unter Sexismus im öffentlichen Raum zu verstehen ist. Denn gerade im öffentlichen Raum kommen Machtverhältnisse sowie patriarchale Strukturen zutage. Hierbei lohnt es sich, das Verhältnis von Geschlecht und öffentlichem Raum näher zu betrachten.

Anhand konkreter Beispiele – wie: Männer nehmen Raum in Besitz (Öffis breitbeinig, Gehsteige), laute grölende Männergruppen, anzügliche Blicke, Anmache, verbale, abfällige Bemerkungen, Beschimpfungen, rassistische und sexistische Äußerungen gegenüber Migrantinnen etc. – werden Erfahrungen ausgetauscht und mögliche Strategien zur Einmischung erarbeitet.

Foto Andrea Strutzmann

Workshopleitung: Andrea Strutzmann und Tara Pire, Frauenhetz – Verein für feministische Bildung Kultur und Politik

Andrea Strutzmann: Studium Germanistik und Theaterwissenschaft, Lehrgang Personalmanagement, Universitätslehrgang Supervision Coaching und Organisationsentwicklung, Masterstudium Bildungsbereich. Erwachsenenbildnerin, Supervisorin und Coach. Seit über 25 Jahren feministisch tätig (Frauentutorien bei der ÖH Uni Wien, langjährige Mitarbeiterin in der Frauenhetz. Arbeitsschwerpunkte: Frauen und Arbeitswelt, Frauen in Führungspositionen, Bildungsprozesse, Digitalisierung.

Tara Pire: Sexualpädagogin, politische Aktivistin in diversen Zusammenhängen. Mitarbeiterin der Frauenhetz. Studium Politikwissenschaft, Masterstudium Zeitgeschichte und Medien. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Frauen und Geschlechterforschung, Sexualgeschichte, Rechtsextremismus, Politik und Kultur.

Digitale Zivilcourage: Hass im Netz – Dunia Khalil

Immer wieder finden sich auf Online-Plattformen oder in sozialen Medien hassmotivierte Inhalte und Postings. Was aber genau ist Hass im Netz? Wie kann ich selbst aktiv gegen Hass und Hetze im Netz vorgehen? Wie ist die rechtliche Situation in Österreich? Wie kann ich Betroffene unterstützen und wo bekomme ich als Betroffene:r Hilfe?

Workshopleitung: Dunia Khalil, ZARA - Zivilcourage & Anti-Rassismus Arbeit

Dunia Khalil studiert Rechtswissenschaften an der Universität Wien mit Schwerpunkt Grund- und Menschenrechte. Sie ist langjährige Rechtsberaterin im Bereich Anti-Rassismus sowie Hass im Netz und hält Workshops und Trainings zum Thema Anti-Diskriminierung. Darüber hinaus engagiert sie sich in nationalen und internationalen Netzwerken, Arbeitsgruppen und Organisationen mit Fokus auf Anti-Rassismus und Frauenrechte. Sie ist Mitbegründerin des BigSibling Kollektivs und Mitglied des Black Voices Volksbegehren - Menschenrechtsbeirates.

Argumentationstraining: Aggressive Sprüche stoppen – Katja Kloimstein

In unserem Alltag treffen wir immer wieder auf unangenehme Gesprächssituationen. Oft sind wir überrumpelt und überrascht von der Aggression, der Plumpheit, der Absurdität oder Menschenverachtung einer Aussage und fühlen uns ohnmächtig. Der Workshop liefert Impulse, um in solchen Situationen selbstsicherer agieren zu können und sich handlungsfähiger zu fühlen. Durch das Kennenlernen unterschiedlicher Reaktionsmöglichkeiten erweitern die Teilnehmenden ihr Reaktionsrepertoire und lernen die eigene Position in Diskussionssituationen besser einzuschätzen.

Foto Katja Kloimstein

Workshopleitung: Katja Kloimstein, SOS-Menschenrechte – Stand up!

Katja Kloimstein ist Sozialarbeiterin mit Schwerpunkt interkulturelle Kompetenz, Trainerin, ehrenamtliche Bewährungshelferin, Gründungsmitglied des Vereins KAMA Linz (Kurse von Asylsuchenden, Migrant:innen & Asylberechtigten), Betreuerin von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten, Coachin für Neue Autorität, Lehrende und Lernende, Reiseenthusiastin, Vegetarierin, Pflanzenliebhaberin, Kosmopolitin und Linzerin, Fortbildungsjunkie, Second-Hand-Anhängerin, Transkulturalistin, Feministin, politisch aktiv und politisch korrekt … meistens. ;)

17:45 Uhr | Resümee

Gemeinsam lassen wir den Nachmittag noch einmal Revue passieren. Neben den wichtigsten Inputs aus den Workshops ist die Frage entscheidend, was wir uns zum Thema Zivilcourage mit nach Hause nehmen? Abgerundet wird das Ganze durch einen Poetry Slam von Yasmo.

Anschließend | Get-together

Gutes Essen und gute Gespräche sind die perfekte Art, das Symposium abzurunden.

in Kooperation mit

Datum & Uhrzeit
14. Oktober 2022
13:30 bis 20:00 Uhr
Veranstaltungsort
VHS Favoriten
Arthaberpl. 18, 1100 Wien
Veranstalter:in
zusammenhalten – Extremismusprävention durch Engagement
info@zusammen-halten.at
zur Website

ein Projekt vom Verein dieziwi. – Die Zivilgesellschaft wirkt.

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Die offizielle Anmeldung ist abgelaufen - aber es sind noch Plätze frei, daher melde dich einfach bei uns unter info@zusammen-halten.at oder komm am Veranstaltungstag spontan vorbei.

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