Essen auf Rädern

Corona hat die Welt umspannt und verändert. Viele Aufgaben, die so selbstverständlich schienen, beeinflussen unser Tun, unsere Gewohnheiten und unsere Aufgaben.

In letzter Zeit ist uns bewusst geworden, wie grazil und verletzlich unser Leben eigentlich ist. Wesentlich betroffen davon ist auch der Dienst Essen auf Rädern: Fast alle der Mitarbeitenden dort sind ältere Leute, großteils über 65 Jahre. Sie gehören alle der Risikogruppe an. Obwohl viele von ihnen bestätigten, dass sie auf eigenen Wunsch den Dienst in der Sonderlage Corona weiter versehen möchten, stellte sich für die Ortsstelle Machland die Frage, wie die 28 Mitarbeitenden, die auf Grund altersbedingter Beeinträchtigungen und von Vorerkrankungen ihren Dienst in der Coronazeit stilllegen mussten, ersetzt werden könnten.

Es sprach sich schnell herum, dass dringendst Helfer*innen in der Coronazeit benötigt würden. Erfreulicherweise meldeten sich Personen, die vorübergehend nicht ihrer Arbeit oder ihrem Studium nachgehen konnten oder schon in Pension sind.

Über Anraten der Arbinger Bürgermeisterin Hermine Leitner wandte sich Karl Gusenbauer an Frau Ingrid Pfeiffer-Guger, die dort die Organisation „Team Nachbarschaftshilfe“ leitet. Sie konnte zehn Freiwillige finden, die bereit waren, in der Coronazeit auszuhelfen. Zusätzlich kümmerte sie sich um viele organisatorische Belange.

„Für uns war nach Abklärung, dass wir nicht im Nachbarschaftsdienst gebraucht werden, klar, dass wir gerne in dieser so wichtigen und schönen Aufgabe mithelfen. Ich habe alle kontaktiert und viele positive Rückmeldungen bekommen“, so Ingrid Pfeiffer-Guger. Von den insgesamt 23 „Neuen“ werden sieben auf Dauer den Dienst „Essen auf Rädern“ weiter unterstützen.

Die Ortsstelle Machland versorgt tagtäglich knapp 60 Klient*innen mit zwei Autos in den Gemeinden Baumgartenberg, Arbing, Mitterkirchen, Saxen und Klam mit warmem Mittagessen aus der Senioriumsküche.

Die „Essen auf Räder-Dienste“ erfolgen nach ganz strengen Sicherheitskriterien: Mund- und Nasenschutz – Desinfektion – Handschuhe – Sicherheitsabstände, etc.

Um die Kontaktnahme zu vermeiden, werden die Menüs vor dem Haus auf einem vorbereiteten Übergabeplatz abgestellt, erst dann die Klient*innen bzw. deren Angehörige verständigt, um so die Distanz zu wahren. Besonders wichtig ist die Sorge um das Wohl der Klient*innen. 

„Es ist schön, diesen Dienst Essen auf Rädern versehen zu dürfen. Für manche Klient*innen sind wir die einzigen Ansprechpersonen. Ihr „Danke fürs Essen“ ist die beste und schönste Entlohnung für diesen Dienst“, beschreibt Karl Gusenbauer seine Tätigkeit.

© ÖRK/Bezirksstelle Perg Ingrid Pfeiffer